Pflegegrad beantragen: Schritt für Schritt
Stand: Januar 2026
So beantragen Sie einen Pflegegrad: vom formlosen Antrag bei der Pflegekasse über die Begutachtung bis zum Bescheid – mit Tipps zur Vorbereitung.
Der Weg zum Pflegegrad ist überschaubar, wenn man die Schritte kennt. Wichtig ist vor allem ein früher Antrag: Das Datum der Antragstellung entscheidet darüber, ab wann Leistungen rückwirkend gezahlt werden. Schätzen Sie vorab mit dem Pflegegrad-Rechner ein, welcher Grad realistisch ist – das hilft auch bei der Vorbereitung auf den Termin.
In fünf Schritten zum Pflegegrad
Antrag stellen
Ein formloser Antrag bei der Pflegekasse genügt – telefonisch, schriftlich oder online. Das Datum zählt für rückwirkende Leistungen.
Unterlagen & Pflegetagebuch
Die Pflegekasse schickt Formulare. Führen Sie parallel ein Pflegetagebuch und sammeln Sie Arztberichte und die Medikamentenliste.
Begutachtung
Der Medizinische Dienst (oder MEDICPROOF bei privat Versicherten) begutachtet die Selbstständigkeit in den sechs Modulen – meist zu Hause.
Bescheid
In der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen erhalten Sie den Bescheid mit dem Pflegegrad und dem Gutachten.
Leistungen abrufen
Mit dem Pflegegrad starten Pflegegeld, Sachleistung und Zuschüsse. Stimmt der Grad nicht, ist ein Widerspruch möglich.
So bereiten Sie die Begutachtung vor
Die Begutachtung entscheidet über den Pflegegrad – eine gute Vorbereitung lohnt sich. Notieren Sie über ein bis zwei Wochen in einem Pflegetagebuch, wobei und wie oft Unterstützung nötig ist. Halten Sie aktuelle Arztberichte und eine Medikamentenliste bereit und bitten Sie eine vertraute Person, beim Termin dabei zu sein. Schildern Sie den Alltag ehrlich – auch an schlechten Tagen, nicht nur an guten.
Fällt der Bescheid zu niedrig aus, müssen Sie das nicht hinnehmen: Auf der Seite Widerspruch erfahren Sie, wie Sie fristgerecht reagieren. Und sobald der Pflegegrad steht, zeigt der Zuschuss-Finder, welche Förderungen Ihnen zustehen.
Häufige Fragen
Wie beantrage ich einen Pflegegrad?
Es genügt ein formloser Antrag bei Ihrer Pflegekasse – telefonisch, schriftlich oder online. Die Pflegekasse sendet Ihnen Unterlagen zu und beauftragt den Medizinischen Dienst mit der Begutachtung. Wichtig: Das Datum der Antragstellung zählt für rückwirkende Leistungen.
Wie lange dauert die Bearbeitung?
In der Regel entscheidet die Pflegekasse innerhalb von 25 Arbeitstagen nach Antragseingang. Bei Pflege im Krankenhaus oder Hospiz gelten kürzere Fristen. Verzögert sich die Entscheidung ohne Begründung, steht Ihnen unter Umständen eine Entschädigung zu.
Wie bereite ich mich auf die Begutachtung vor?
Führen Sie vorab ein Pflegetagebuch, in dem Sie den täglichen Hilfebedarf festhalten. Halten Sie Arztberichte und eine Medikamentenliste bereit und bitten Sie eine vertraute Person, beim Termin dabei zu sein. Der Pflegegrad-Rechner hilft, den voraussichtlichen Bedarf einzuschätzen.
Diese Angaben dienen Ihrer Orientierung und ersetzen keine individuelle Beratung. Maßgeblich sind die Entscheidung Ihrer Pflegekasse und die jeweils geltenden gesetzlichen Regelungen. Angaben ohne Gewähr.
Quellen & Stand
- SGB XI § 15 – Ermittlung des Grades der Pflegebedürftigkeit (Pflegegrade)
- GKV-Spitzenverband – Pflegeversicherung
- BMG – Leistungsbeträge der Pflegeversicherung 2026 (Kurzüberblick)
Angaben geprüft – Stand: Januar 2026. Maßgeblich sind die jeweils geltenden gesetzlichen Regelungen und die Entscheidung Ihrer Pflegekasse.